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12.5.2009 von TheobaldOJ.
Zu dritt machten wir eine 14-tägige Rundreise im Wesentlichen durch den Süden Albaniens. Von Tirana aus ging es über Vlore nach Sarande und Butrinti, dann bogen wir ab nach Osten, verbrachten einen wunderbaren Tag in Gjirokaster und fuhren weiter nach Korca. Für Korca nahmen wir uns zwei volle Tage Zeit (zum Teil im Biergarten der famosen Korce-Brauerei!), ehe wir nach Pogradec am Ochridsee weiter zogen und von dort mit der Albanischen Eisenbahn nach Tirana zurückkehrten. Zwei abenteuerliche Ausflüge in den Norden - ins obligatorische Kruja und eher versehentlich nach Burrel - rundeten die Reise stilgerecht ab.
Die ersten sechs Tage begleitete uns Arben “Beni” Mece und sein Fahrer, die Herr Jashari von der “Iliria Agentur” von Deutschland aus organisiert hatte. Herr Jashari kümmerte sich im Vorfeld engagiert und liebenswürdig um alle unsere Sonderwünsche und buchte für den zweiten Teil der Reise sowohl günstige als auch gemütliche Hotels, so dass wir problemlos auf eigene Faust weiter kamen.
Beni sprach perfekt Deutsch, ließ mehr als einmal tiefgründigen Humor durchblicken und erwies sich überhaupt als exzellenter Kenner der Albanischen Kultur vom Altertum bis in die Jetztzeit. Sein geografisches und geschichtliches Wissen ist verblüffend, hinsichtlich der albanischen Kunstgeschichte schlägt er jedes Lexikon. Ein perfekter Botschafter für sein Land - sowohl was die Menschen, Landschaft, Flora und Fauna, die nationalen Eigenheiten und den unübersehbaren Nachholbedarf des Landes angeht.
Dafür, dass es in diesem Land bis 1990 keinerlei privaten Autoverkehr gab, wird meistens vorsichtig und rücksichtsvoll gefahren. Obwohl die Straßen teilweise noch in einem - vorsichtig gesagt - sub-optimalen Zustand sind, kamen wir überall sicher und pünktlich an, nicht zuletzt, weil der Fahrer ein wahrer Jongleur am Lenkrad war und die kniffligsten Situationen elegant meisterte.
Das Essen schmeckte immer und überall hervorragend - nicht nur für uns eine hocherfreuliche Überraschung in einem post-kommunistischen Land. Ob in der Bauernschenke in Pogradec oder im Panorama-Restaurant über Vlore, auf dem Basar in Korce und in der Pizzeria in Tirana: die Qualität der Lebensmittel übertrifft das meiste, was uns im Westen vorgesetzt wird. Nicht nur in den Salat wollte ich mich mehrfach glatt reinlegen. Der Schluss lag nahe, dass die Speisen ihre Köstlichkeit der atemberaubend schönen und zum Großteil unberührten Natur verdanken - ich wünsche den Albanern, dass dies so bleibt, auch wenn die sogenannten “Errungenschaften” unserer westlichen Konzerne sich derzeit anschicken, das Land zu überfluten.
Und für alle, denen noch die Horror-Meldungen über Anarchie, Mord- und Totschlag aus den 90er-Jahren im Kopf herumspuken: wir fühlten uns im heutigen Albanien absolut sicher! Ausnahmslos alle Menschen, die wir trafen - und es waren nicht wenige, denn Touristen fallen in diesem Land, das praktisch 50 Jahre lang von der Außenwelt isoliert war, auf wie bunte Hunde und werden regelmäßig angesprochen, - die Albaner, also, sind ausnahmslos nett und hilfsbereit. Abgesehen von den unvermeidlichen Verständigungsschwierigkeiten (Kopfschütteln heißt Zustimmung), hatten wir immer den angenehmen Eindruck, willkommene Gäste zu sein. Wir wurden mehrfach spontan auf Kaffee, Bier und Schnaps eingeladen, in den Bussen und im Zug wurden wir bestaunt wie hohe Staatsgäste und auf den Basaren niemals belästigt oder übers Ohr gehauen. Es gibt viel Armut im Land, aber dennoch wurden wir nicht viel häufiger angebettelt als in einer durchschnittlichen deutschen Fussgängerzone und kein einziges Mal abgezockt.
Albanien will in die EU, diese Botschaft wurde uns unzweifelhaft übermittelt. Nato- und Deutschlandfahnen schmückten nicht wenige der halbfertigen Rohbauten überall im Lande. Bis zum Beitritt dürfte es zwar noch ein langer, steiniger Weg sein, aber die Albaner kennen sich aus mit steinigen Wegen, sie sind hochmotivert und haben ein immenses Potential an Einfallsreichtum, natürlichen Ressourcen und Lebensart. Beispielsweise möchte ich hier die seit Jahrhunderten friedliche Koexistenz der Muslime, der Orthodoxen und der katholischen Christen erwähnen.
Wir meinen: “Herzlich willkommen in der EU, Albanien!” und fragen uns, warum wir dieses Land nicht schon längst bereist haben. Für uns jedenfalls war die Reise ein großartiges Erlebnis, und sobald es uns möglich ist, werden wir wieder los ziehen ins Land des legendären Skanderbegs, der sympathischen Bektashi, des leckeren Rrushi Raki und der faszinierend zahlreichen Hoxha-Bunker, zwischen denen friedlich Schafe und Ziegen weiden.
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21.1.2009 von admin.
Reiseverlauf: Tirana - Ardenica - Vlora - Llogara-Pass - Sarande - Butrint - Gjirokaster - Berat - Durres - Shkoder - Kruje - Tirana
Führer und Auto: Beni war ein sehr zuvorkommender Reisefuehrer. Er spricht perfekt deutsch, hat mehr Wissen ueber deutsche Geschichte sowie Land und Leute als ich das habe, hatte die gesamten 10 Tage immer fuer mich Zeit und ging auf alle Wuensche ein, auch wenn sie mal nicht im Programm gestanden sind. So ganz nebenbei ist er auch ein sehr sympathischer Mensch.
Wetter: Viel weniger Regen als ich dachte. Ich hatte definitiv mehr Sonnen- als Regentage, obwohl die Vorhersage nicht so gut war. Tagsüber sind die Temperaturen wirklich angenehm gewesen. An der Küste im Süden war es sogar so richtig warm, ich denke um die 18 Grad. Allerdings wird es nachts - vor allem in den Bergen - schon ganz schön frisch.
Hotels: Bis auf das in Tirana eher 2 als 3 Sterne, wenigstens nach dem von mir erwarteten Standard! Sehr oft fehlen die Duschwände, in mindestens zwei Hotels hat die Duschwanne geleckt, die meisten Zimmer waren eher klein, aber doch immer sehr sauber. Für mich die größte Enttäuschung aber war: KEIN INTERNET! Nur in Tirana…
Essen: Viel frischen Fisch. Auch vom Zicklein könnte ich mich ernähren. Ansonsten gibt es halt viel Salat mit Oliven. Hackfleisch machen die Albaner auch sehr gut. Generell hat es mich doch überrascht, dass die Küche viel näher an der italienischen als an der “jugoslawischen” oder griechischen liegt. Ich hab’s einfach genossen.
Trinken: Landwein, Bier und Espressi - alles was das Herz begehrt!
Das Land: Insgesamt aber eine traumhafte Tour mit vielen herrlichen Ausblicken auf das tiefblaue Meer oder die wilden Berge
Die Städte: Viele Häuser zerfallen, selbst Touristenorte in relativ schlechtem Zustand. Neubauten sind leider sehr oft unvollendet. Meiner Ansicht nach einfach chaotisch. Trotzdem, allein Gjirokaster und Berat sind eine extra Anreise wert. Einfach wunderschön, diese Städte.
Die Leute: Schon meist finster und verschlossen, wie man sich den Albaner vorstellt. Doch schon mit einem freundlichen Blickkontakt bekommt man zusammen mit einem herzlichen Gruß auch noch ein Lächeln. In Hotels und Restaurants spürt man eine unendliche Gastfreundschaft. Allerdings lässt, speziell in Restaurants, der Service schon noch zu wünschen übrig. Hab ja schon im Führer gelesen, dass man teilweise auf die Bedienung warten muss. Aber auch das Abräumen dauert teilweise sehr lang.
Fazit: Eine 10-tägige Tour, die ich vom ersten Tag an nicht bereut habe. Mir hat eigentlich der ganz nördliche Teil gefehlt, die albanischen Alpen. Ansonsten kann ich die Tour nur empfehlen, denn die Unzulänglichkeiten (teils schlechte Straßen, Bausünden, fehlende Duschwände…) sind durch viele schöne Erlebnisse, gutes Essen und Trinken, sowie Gastfreundschaft und sehr guter Organisation schnell vergessen. Ich kann die Tour - und den Reiseführer Beni - nur weiterempfehlen
Dezember 2008, Willi Pausch
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21.10.2008 von admin.
Liebe Allwaysfeen,
sehr geehrter Herr Jashari,
Gerne berichte ich Euch und der Agentur kurz: der Aufenthalt im
Adriatik-Hotel in Durres verlief bestens: grosszügiges Zimmer aufs Meer,
vollständiges Frühstückbuffet, höflicher Service, gute Pünktlichkeit
(Transfer, Ausflug). Einziges kleines “Problem” war, dass die American
Express Eurochecks zur Bezahlung am Schluss nicht angenommen wurden und
unbekannt waren, was uns aber in touristisch noch wenig erschlossenen
Gebieten schon oft begegnet ist. Kreditkarte problemlos.
Das Wetter hat wunderbar mitgespielt. Warme Herbstsonne, eine Woche
lang. Die Stimmung am Strand: Nachsaison, leerer Strand, nur einige
Einheimische und vereizelte Reisende aus dem Land oder Osteuropa. Viele
andere Hotels und Appartmenthäuser geschlossen. Die Bevölkerung
angenehm, freundlich. Die allgemeine wirtschaftliche Lage für die
meisten Leute bekannter Massen sehr prekär, mit hoher Arbeitslosigkeit
und entsprechend die Stimmung in der Stadt (auch Tirana) eher gedrückt.
Aufs eigentliche “Land” sind wir nicht gekommen. Die Preise in den
Lebensmittelläden und kleineren Restaurant für uns niedrig. Mode,
Schuhe , Gebrauchsartikel auf sehr einfachem Niveau. Somit ein gutes
Reiseziel für Leute, die entweder Erfahrung mit Ländern in
wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben, an Schwellenprozessen
interessiert sind, oder die sich, was es ja auch gibt, nicht darum
kümmern. Im Sommer muss viel Unterhaltungsbetrieb in Durres sein, jetzt
war diesbezüglich kaum etwas zu hören oder zu sehen. Somit in der
Zwischensaison vor allem für Leute, die nebst Sonne auch Ruhe suchen.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz
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